Teestube
Die Teestube ist ein niedrigschwelliges Angebot für Personen in besonderen Lebenslagen mit sozialen Schwierigkeiten (SGB XII § 67 ff), bestehend aus einer Tagesaufenthaltsstätte und einer Fachberatungsstelle.
Als Zentrum des Sozialdienstes versteht sich die Tagesaufenthaltsstätte als ein offenes Angebot, d.h. es gibt keine Ausgrenzung bestimmter Personengruppen. Sie ist vorrangig Anlaufstelle für Menschen ohne eigene Wohnung, die z.B. in Notunterkünften, bei Bekannten oder auf der „Platte“ leben. Es kommen aber auch ehemals Wohnungslose, die mittlerweile eine eigene Wohnung haben oder sozial Schwache, um die Serviceangebote der Einrichtung zu nutzen. Diese sind natürlich vorrangig offen für die Übernachter in der angeschlossenen Kurzübernachtungsstätte und die Bewohner aus dem angrenzenden dezentralen stationären Wohnen.
Die Teestube ist eine rauch- und alkoholfreie Anlaufstelle.
Angebote
- Duschen/Rasieren
- Benutzung von Waschmaschine und Trockner
- für Wertsachen/Papiere und Gepäck
- bzw. günstige Speisen und Getränke
- großes Frühstück für 1 Euro
- medizinische Sprechstunde jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 15.00 Uhr
- Gruppen- bzw. Ausflugsangebote, wie bspw. Chor, Fußball oder Kochen
- etc.
Die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit sind wichtige Faktoren für den Erfolg der Arbeit. Die Verdrängung in Randgebiete ist nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr wird sich um eine Integration ins Quartier und eine gemeinwesenorientierte Öffnung bemüht. Weitere wichtige Faktoren sind ausgedehnte Öffnungszeiten und eine einladende Atmosphäre.
Fachberatungsstelle
Die Zugangsmöglichkeit zur Fachberatungsstelle wird durch die räumliche Nähe zur Tagesaufenthaltsstätte deutlich erleichtert. In der Fachberatungsstelle erhalten Menschen deren besondere Lebensverhältnisse zu sozialen Schwierigkeiten führen, die sie allein nicht mehr bewältigen können, Hilfestellungen zur Sicherstellung ihrer Existenz und zur Teilhabe an Gesellschaft.
Angebote:
- Postalische Erreichbarkeit durch Einrichtung einer Postadresse
- Hilfestellung bei Beschaffung von Papieren
- Hilfestellung beim Umgang mit Behörden
- Hilfestellung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche
- Vermittlung in andere Einrichtung
- Geldverwaltung/Beratung bei Schulden
- etc.
Wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Teestube ist der Versuch, eine vertrauensvolle, langfristige Beziehung zu Menschen aufzubauen, um auch nach Anmietung einer Wohnung nachsorgend als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.
Im Hinterhof befindet sich der Kleiderladen, wo kostenlos oder sehr günstig Kleidung abgegeben wird. Dieses Angebot richtet sich an alle Bevölkerungsgruppen Offenbachs und darüber hinaus. Durch die räumliche Nähe zur Teestube ist er eine ideale Ergänzung des ambulanten Hilfeangebotes, da in vielen Fällen kurzfristig und unbürokratisch geholfen werden kann.
Die Arbeit der Teestube wird von der Bevölkerung Offenbachs seit über 15 Jahren in Form einer Vielzahl von regelmäßigen Sach- und Lebensmittelspenden unterstützt.
Kurzübernachtung
Der Angebotsbereich des Sozialdienstes für volljährige, alleinstehende wohnungslose Männer, die laut Bundespersonalausweis offiziell ohne festen Wohnsitz (ofW) sind, präsentiert sich seit dem Umzug von der Karlstraße in die Gerberstraße gleich zu Beginn des Jahres 2010 in einer qualitativ hochwertigen Form. Frisch renoviert und mit dekorativen Tapeten und Bodenbelägen in modernem Design ausgestattet, bietet sie in zwei Wohnungen Platz für 13 Betten. Diese verteilen sich auf ein Dreibettzimmer und fünf Zweibettzimmer. Zusätzlich bieten die beiden zugehörigen Küchen Raum um zu kochen, fernzuschauen und um beisammenzusitzen. Selbstverständlich steht den Übernachtern auch die Teestube zur Verfügung.
In der Kurzübernachtung herrscht absolutes Alkoholverbot. Geraucht werden darf in den Küchen, nicht jedoch in den Zimmern.
Wohnungslose Männer ab 18 Jahren, die dem Status ofW entsprechen, dürfen monatlich zweimal drei Nächte zum Übernachten anreisen (Aufnahme ist werktags ab 19.00 Uhr, am Wochenende zwischen 9.00 und 22.00 Uhr) und erhalten jeweils am Morgen nach der Übernachtung ihren Tagessatz an ALG II oder Grundsicherung. Dies geschieht werktags stets um 9.30 Uhr, wobei den übernachtenden Personen auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit und Beratung durch die feste Ansprechpartnerin gegeben wird, um eine verlässliche Kommunikations- und Ablaufstruktur zu gewährleisten.
Dieses Angebot an wohnungslose Menschen ist eine Kooperation zwischen dem Sozialdienst, dem Sozialamt und dem Jobcenter Offenbach.

